„Da ist einer im Wald!“ brüllte es aus dem Fahrerfenster, der Junge lehnte sich hinaus und zeigte mit dem Daumen in die Richtung, aus der er etwas zu sehen gehabt glaubte.
„Scheiße!“ sagte der Typ. Ich sah in das Waldstück hinein, da war eine kleine Bewegung. Ein Mann. Wahrscheinlich ein Jäger. Dann sah ich wieder zu dem Typ hin. Der donnerte mir auch genau in diesem Moment eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht. Ich sah augenblicklich nichts mehr, es brannte wie Feuer, ich ging zu Boden. Der Typ ließ das Geld liegen, ich hörte, wie er zum Auto rannte und das kernige Raunen des Golfs ertönte.
Ich wälzte mich schmerzvoll am Boden. Das war ja wohl gründlich misslungen. Aus der Ferne hörte ich, dass sich ein Auto näherte. Der Wagen hielt direkt vor mir, eine Tür sprang auf, der Diesel nagelte vernehmlich im Leerlauf.
„Was ist denn mit Ihnen passiert?“ fragte eine Männerstimme. Die feuchte Nase eines Jagdhundes stupste mich an. Der wollte mich wohl zu seinem Herrchen bringen.
„Helfen Sie mir mal aufstehen“, röchelte ich. Der Jäger fasste mich unter dem Arm und führte mich zur Bank.
„Hatten Sie einen Unfall?“ fragte er.
„Nicht wirklich“, gab ich zur Antwort und versuchte mir ein Taschentuch aus der Tasche zu fingern. „Sie haben wahrscheinlich von den Fahrraddiebstählen gehört. Ich war gerade dabei, den Jungs auf die Spur zu kommen. Bis Sie kamen.“
Endlich konnte ich wieder etwas sehen. Ich sah an dem Lodenmantel hoch. Die Waffe hatte der Jäger nicht bei sich. Ich kannte ihn. Es war mein früherer Zahnarzt.