Das letzte Rad: Kriminalroman am Niederrhein mit Heinrich Sobeck
Das letzte Rad: Kriminalroman am Niederrhein mit Heinrich Sobeck

Das letzte Rad: Kriminalroman am Niederrhein von Thomas Berscheid

Der Diebstahl seines geliebten Rennrads bringt Heinrich Sobeck auf die Spur eines Drogenhandels

Beschreibung des Inhalts von: Das letzte Rad

Heinrich Sobeck hat Stress mit Studium und Freundin. Er will am Niederrhein ein paar Wochen entspannen. Am ersten Abend auf dem Land trifft er sich auf ein Bier mit einem Freund aus der Schulzeit, der gerade Polizist geworden ist. Sie reden über die gute alte Zeit auf dem Rennrad und die Radrennen. Der Abend endet damit, dass Heinrichs geliebtes Rennrad geklaut wird. Heinrich macht sich auf die Suche nach seinem Rad und findet eine Bande, die mit dem Verkauf geklauter Teile Geld macht. Was er nicht weiß: Seine Gegenspieler nutzen die Räder als Drogenkuriere. Und während Heinrich der Bande auf der Spur ist, eskaliert ein Drogenkrieg an der Grenze zwischen Venlo und Kempen.

Das letzte Rad: Heinrich Sobeck findet in seinem ersten Fall nach der Schulzeit seine Bestimmung im Job des Journalisten und Schnüfflers.

Buchdetails zu: Das letzte Rad

Autor:
Thomas Berscheid
Preis:
10,99 € inkl. Mehrwertsteuer
Anzahl Seiten:
120
Genre:
Krimi
Erscheinungsdatum:
31. Mai 2024
Typ:
E-Book
ISBN 10:
3759222897
ISBN 13:
9783759222893

Das Wichtigste in Kürze

  • Das letzte Rad folgt Heinrich Sobeck, einem Studenten aus Köln, der nach einer brutalen Auseinandersetzung im Rockhouse und einer gescheiterten Beziehung dringend Abstand von Stadt und Universität braucht. Er flieht an den Niederrhein, wo er bei seinem alten Freund Frank einen Job im entstehenden Fahrradhandel annimmt und hofft, Ruhe zu finden – doch die Vergangenheit und neue Gefahren holen ihn schnell ein.
  • Die Idylle bekommt die ersten Risse, als Heinrich sich in Viersen mit seinem früheren besten Freund trifft. Erik Funken ist mittlerweile bei der Kripo im Kreis Viersen. Während sie Bier trinken, klaut jemand Heinrichs geliebten Straßenrenner. Heinrich macht sich auf die Suche nach dem Rennrad.
  • Der Roman verknüpft Heinrichs innere Zerrissenheit mit den düsteren Ereignissen in Grefrath: Gewalt, alte Feindschaften, ein zerstörter Hund, ein verfallener Aussichtsturm und Begegnungen mit Menschen, die mehr verbergen, als sie zeigen. Die Atmosphäre ist geprägt von Hitze, Alkohol, Adrenalin und dem Gefühl, dass hinter jeder Ecke ein neuer Konflikt lauert.
  • Parallel dazu tauchen Figuren aus Heinrichs früherem Leben wieder auf – Freunde, Polizisten, Bekannte –, und die Grenzen zwischen Erholung, Pflicht und Bedrohung verschwimmen. Der Niederrhein wird zum Schauplatz einer Geschichte, in der persönliche Krisen, alte Wunden und neue Gefahren ineinandergreifen.
  • Das letzte Rad ist ein Krimi über Flucht und den Weg in eine neue Berufung. Denn Heinrich Sobeck schmeckt die Rolle des Schnüfflers so gut, dass er Feuer für den Job des Journalisten fängt.

Leseproben zu: Das letzte Rad

Er hob den Deckel ab. Ich warf einen Blick in den Karton. Da lagen ein Steuersatz, je eine Bremse für vorne und hinten, ein vorderer Umwerfer und ein hinteres Schaltwerk. Alles Dura Ace, keine aktuellen Modelle mehr. Die hintere Schaltung hatte ein schwarz lackiertes Parallelogramm und Titanbolzen. 

Das war MEINE Schaltung! 

Ich warf den Kaffee um, als ich aufsprang. Es machte mir nichts aus. Vielleicht wäre ich auch van den Heuvel an den Hals gesprungen, wenn der Schimanski in mir stärker als je erwacht wäre. Er wich instinktiv zurück, als ich auf ihn zustürzte und meine Schaltung aus dem Karton riss. 

„Wo haben Sie die her?“ fragte ich atemlos. „Das ist meine Schaltung! Das sind alles Teile von meinem Rennrad. Und das haben sie mir vor drei Wochen geklaut!“ 

„Was?“ Van den Heuvel fiel die Kinnlade herunter. Verdammt, er war es nicht. Dieses Entsetzen in den Augen war nicht gespielt. Ich hatte nicht den großen Fang getan. 

„Mann, reden Sie!“ herrschte ich ihn an. „Im Kreis Viersen werden seit Monaten Fahrräder geklaut! Und das hier war mein Rad!“ Naja, dachte ich im Hinterkopf, oder das was davon übrig war. „Was haben Sie damit zu tun?“ 

Die Leiche sah furchtbar zugerichtet aus. Der Mörder musste mit aller Gewalt zugeschlagen haben. Sein Schädel war zertrümmert. Eine Blutlache hatte sich auf der Straße gebildet. Hirnmasse war ausgetreten und hatte sich mit dem frischen Blut vermischt. Er musste noch Minuten mit dem Tode gerungen haben, bis der Tod wie eine Erlösung über ihn kam. 

Neben dem toten Hund hockten ein Mädchen und ein Mann, wahrscheinlich ihr Vater. Sie heulte sich die Seele aus dem Leib. Der Hund hatte keine Chance. Wenige Meter weiter stand der Lkw, der ihn überrollt hatte. Die Stadionstraße war ein gefährliches Pflaster für Haustiere. Die Frau, die den Fahrer gerade akustisch in die Mangel nahm, war bestimmt die Mutter der Kleinen. In seiner Haut würde ich jetzt nicht stecken wollen. 

Die Blutlache würde noch wochenlang an den Toten mahnen. 

„Da ist einer im Wald!“ brüllte es aus dem Fahrerfenster, der Junge lehnte sich hinaus und zeigte mit dem Daumen in die Richtung, aus der er etwas zu sehen gehabt glaubte.

„Scheiße!“ sagte der Typ. Ich sah in das Waldstück hinein, da war eine kleine Bewegung. Ein Mann. Wahrscheinlich ein Jäger. Dann sah ich wieder zu dem Typ hin. Der donnerte mir auch genau in diesem Moment eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht. Ich sah augenblicklich nichts mehr, es brannte wie Feuer, ich ging zu Boden. Der Typ ließ das Geld liegen, ich hörte, wie er zum Auto rannte und das kernige Raunen des Golfs ertönte.

Ich wälzte mich schmerzvoll am Boden. Das war ja wohl gründlich misslungen. Aus der Ferne hörte ich, dass sich ein Auto näherte. Der Wagen hielt direkt vor mir, eine Tür sprang auf, der Diesel nagelte vernehmlich im Leerlauf.

„Was ist denn mit Ihnen passiert?“ fragte eine Männerstimme. Die feuchte Nase eines Jagdhundes stupste mich an. Der wollte mich wohl zu seinem Herrchen bringen.

„Helfen Sie mir mal aufstehen“, röchelte ich. Der Jäger fasste mich unter dem Arm und führte mich zur Bank.

„Hatten Sie einen Unfall?“ fragte er.

„Nicht wirklich“, gab ich zur Antwort und versuchte mir ein Taschentuch aus der Tasche zu fingern. „Sie haben wahrscheinlich von den Fahrraddiebstählen gehört. Ich war gerade dabei, den Jungs auf die Spur zu kommen. Bis Sie kamen.“

Endlich konnte ich wieder etwas sehen. Ich sah an dem Lodenmantel hoch. Die Waffe hatte der Jäger nicht bei sich. Ich kannte ihn. Es war mein früherer Zahnarzt. 

FAQ zum Kriminalroman Das letzte Rad von Thomas Berscheid

  • Der Roman folgt Heinrich Sobeck, einem Türsteher und späteren Lehrer, der nach einer brutalen Auseinandersetzung im Rockhouse in eine Reihe von Ereignissen am Niederrhein hineingezogen wird, die Gewalt, alte Freundschaften und persönliche Krisen miteinander verknüpfen.

  • Heinrich ist der Ich‑Erzähler: Türsteher, Kampfsportler, angehender Lehrer und ehemaliger Zivildienstleistender. Er kämpft mit beruflichen Zweifeln, einer gescheiterten Beziehung und einer impulsiven, oft gefährlichen Persönlichkeit.

  • Heinrich wird von einem aggressiven Gast angegriffen, setzt sich heftig zur Wehr und verhindert einen Messerangriff. Der Vorfall führt zu einer Anzeige und verstärkt seine innere Unruhe.

  • Die beiden sind ehemalige Polizisten, die wegen übermäßiger Gewalt aus dem Dienst entlassen wurden und nun eine Security‑Firma leiten. Sie sind Heinrichs Chefs und gleichzeitig eine Art Ersatzfamilie.

  • Nach dem Vorfall im Rockhouse schicken ihn Manni und Hansi nach Hause, damit er sich erholt und Abstand gewinnt. Der Urlaub wird zum Wendepunkt seiner Geschichte.

  • Frank ist Heinrichs alter Schulfreund, der ihn nach Grefrath holt, um beim Aufbau eines Fahrradhandels zu helfen. Er bietet Heinrich Arbeit, Struktur und eine neue Perspektive.

  • Sein Rennrad ist Symbol für Freiheit, Kontrolle und sportliche Identität. Es begleitet ihn durch den Roman und steht für die Verbindung zu seiner Vergangenheit als Radrennfahrer.

  • Der Niederrhein ist Schauplatz der Handlung und zugleich ein emotionaler Ort für Heinrich: Heimat, Erinnerungsraum und Kontrast zu seinem chaotischen Leben in Köln.

  • Heinrich kämpft mit seinem alten, kaputten Opel, reflektiert sein Leben und seine Fehler und lässt seine Wut und Verzweiflung in gefährliche Fahrmanöver einfließen.

  • Der Turm wird zu einem Ort der Selbstprüfung. Heinrich klettert trotz Gefahr hinauf, um seine Grenzen zu testen und innere Spannungen abzubauen.

  • Ein Jugendlicher, der Heinrich um eine Zigarette bittet und später erneut auftaucht. Er wirkt harmlos, wird aber im Verlauf der Geschichte eine tragische Figur.

  • Der überfahrene Hund zeigt die Härte und Zufälligkeit des Lebens am Niederrhein und dient als düsteres Foreshadowing für spätere Gewalt im Roman.

  • Er ringt mit beruflicher Orientierungslosigkeit, einer gescheiterten Beziehung, Aggressionsproblemen und der Frage, ob er in Köln oder am Niederrhein ein neues Leben beginnen soll.

  • Erik ist ein alter Freund aus Radrennzeiten, inzwischen Polizist. Seine Rückkehr in Heinrichs Leben verbindet die Handlung mit den späteren Ermittlungen und Konflikten.

  • Gewalt, Männlichkeit, Freundschaft, Selbstzweifel, Heimat, berufliche Identität und die Frage, wie man sich selbst neu erfindet, wenn das alte Leben nicht mehr funktioniert.

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